Bezirksregierung
Arnsberg

„Grenzüberschreitend resilient: Deutsch-polnischer Bildungsausschuss berät in Görlitz über Krisenmanagement in Bildung und Wissenschaft“

Unter dem Leitthema „Management von Krisen in Bildung und Wissenschaft“ tagte der Ausschuss für Bildungszusammenarbeit der Deutsch-Polnischen Regierungskommission für regionale und grenznahe Zusammenarbeit am 9. und 10. Juni 2026 in Görlitz. Vertreterinnen und Vertreter von Bildungsministerien, Wissenschaftseinrichtungen, Schulverwaltungen, Hochschulen sowie weiteren Institutionen beider Länder kamen zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der deutsch-polnischen Bildungskooperation zu erörtern.

Die Sitzung wurde am 9. Juni im Augustum-Annen-Gymnasium in Görlitz eröffnet. Grußworte hielten der Oberbürgermeister der Stadt Görlitz, Octavian Ursu, der Bürgermeister der Stadt Zgorzelec, Rafał Gronicz, sowie Vertreterinnen und Vertreter der deutschen und polnischen Bildungsverwaltungen. In ihren Beiträgen betonten sie die besondere Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für die Entwicklung des Bildungs- und Wissenschaftsraums entlang der deutsch-polnischen Grenze. 

Im Anschluss fanden getrennte Beratungen in drei Arbeitsgruppen statt, die sich den Bereichen allgemeine schulische Bildung, berufliche Bildung und Hochschulbildung widmeten.

In der Arbeitsgruppe „Berufliche Bildung“ standen Fragen der Fachkräftesicherung, der Inklusion sowie der Weiterentwicklung gemeinsamer Bildungsangebote im Mittelpunkt. Vorgestellt wurden Ansätze zur Prävention an berufsbildenden Schulen als Beitrag zur Fachkräftesicherung sowie Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs zur beruflichen Bildung. Einen wichtigen Programmpunkt bildete der Bericht der Ko-Vorsitzenden der Arbeitsgruppe, Frau Blicharz (Ministerium für Nationale Bildung der Republik Polen) und Herr Mielke (Bezirksregierung Arnsberg), zum aktuellen Stand der Binationalen Zusatzqualifikation in der beruflichen Bildung. Dabei informierten sie über die Ergebnisse einer Arbeitssitzung, die im Frühjahr 2026 in Berlin stattgefunden hatte. Im Mittelpunkt standen die weitere Ausgestaltung und Verstetigung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung sowie die Perspektiven für die Weiterentwicklung der Binationalen Zusatzqualifikation als Instrument zur Förderung grenzüberschreitender Kompetenzen und beruflicher Mobilität. Ergänzt wurden die Beratungen durch einen Besuch des Beruflichen Schulzentrums „Christoph Lüders“ in Görlitz.

Am Abend des ersten Sitzungstages nahmen die Delegationen an einer gemeinsamen Altstadtführung durch Görlitz teil. Ein anschließender Empfang bot Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur Vertiefung bestehender Kontakte.

Der zweite Sitzungstag begann mit getrennten Beratungen der deutschen und polnischen Delegationen. Anschließend kamen die Teilnehmenden zur Plenarberatung im Beruflichen Schulzentrum „Christoph Lüders“ zusammen. Im Mittelpunkt standen Beiträge zum Krisenmanagement im schulischen Bereich. Die deutsche Seite stellte Handlungshilfen für das Notfallmanagement an Schulen vor, während die polnische Seite die Rolle der Schulaufsicht und die Zusammenarbeit mit externen Partnern in Krisensituationen erläuterte.

Die anschließenden Diskussionen ermöglichten einen intensiven Austausch über Erfahrungen, Herausforderungen und bewährte Verfahren im Umgang mit Krisensituationen in Bildungseinrichtungen. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse der drei Arbeitsgruppen vorgestellt und gemeinsam erörtert. Dabei zeigte sich, dass Fragen der Resilienz, Prävention, Sicherheit und grenzüberschreitenden Zusammenarbeit alle Bildungsbereiche gleichermaßen betreffen und künftig weiter an Bedeutung gewinnen werden.

Zum Abschluss der Sitzung fassten die Ko-Vorsitzenden die wesentlichen Beratungsinhalte zusammen. Die Teilnehmenden bekräftigten die Bedeutung des kontinuierlichen deutsch-polnischen Dialogs im Bildungs- und Wissenschaftsbereich und unterstrichen den Wert gemeinsamer Initiativen zur Stärkung der Krisenfestigkeit von Schulen, Berufsbildungseinrichtungen und Hochschulen. Die 17. Sitzung des Ausschusses leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Vertiefung der deutsch-polnischen Bildungszusammenarbeit.

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