Bezirksregierung
Arnsberg
Abgebildet ist eine Bildergalerie von 19 Personen, die jeweils für ein Bild posieren.

KULISSE: Perspektivwechsel durch Austausch über internationale Bildungserfahrungen

Dortmund. Internationale Bildungserfahrungen standen im Mittelpunkt des zweiten KULISSE-Moduls. Lehrkräfte aus Afghanistan, Ghana, Syrien, der Türkei, der Ukraine und Vietnam gaben Einblicke in die Bildungssysteme ihrer Herkunftsländer. Gemeinsam diskutierten sie die Bedeutung unterschiedlicher Lern- und Schulkulturen für den Unterricht in multikulturellen Lerngruppen am Berufskolleg.

Abgebildet sind mehrere Personen, die auf einer Treppe für ein Bild posieren.

Interkulturelle Kompetenz, Sprachbildung und der Umgang mit kultureller Vielfalt stehen im Mittelpunkt der Erasmus+-Qualifizierung KULISSE. Ziel des Projektes ist es, Lehrkräfte für die unterschiedlichen Bildungsbiografien der Lernenden in multikulturellen Lerngruppen zu sensibilisieren und durch diese Impulse neue Perspektiven für die eigene Unterrichtspraxis zu gewinnen. Gleichzeitig bereiten die Module auf das anstehende Erasmus+-Job-Shadowing in den Niederlanden vor, bei dem die Teilnehmenden den dortigen Ansatz für den Umgang mit sprachlicher und kultureller Vielfalt kennenlernen werden.

Vor diesem Hintergrund trafen sich die Teilnehmenden am 17. Juni 2026 zum zweiten Qualifizierungsmodul am Robert-Schuman-Berufskolleg der Stadt Dortmund. Begleitet wurde die Veranstaltung von Mabel Rickes, schulfachliche Dezernentin der Bezirksregierung Arnsberg sowie ihrer Fachberaterin Delia Topp und Anina Wellers, Fachberaterin der EU-Geschäftsstelle Wirtschaft und Berufsbildung. Imke Möckel, Fachberaterin im Bereich Integration und Bildung stellte den Kontakt zu den Expertinnen und Experten her. Die fotografische Dokumentation übernahm Jakob Terlau, ebenfalls Fachberater der EU-Geschäftsstelle Wirtschaft und Berufsbildung.

Zum Auftakt lernten sich die Teilnehmenden mithilfe von Motivationskarten und persönlichen Steckbriefen kennen. Dabei reflektierten sie ihre Beweggründe für die Teilnahme an KULISSE sowie ihre beruflichen Erfahrungen. Ergänzend wurden Portraitfotos aller Teilnehmenden erstellt. Die Kennenlernphase legte den Grundstein für eine stabile Basis für die weitere Arbeit im Modul.

Internationale Lehrkräfte als Expertinnen und Experten ihrer Herkunftsländer

Abgebildet ist eine Frau, die etwas zu dem afrikanischen Kontinent erklärt, der an einer Leinwand zu erkennen ist.

Im Zentrum des Moduls stand der Austausch mit internationalen Lehrkräften aus dem Programm „ILF – Internationale Lehrkräfte fördern“.  Im Vorfeld hatten die Lehrkräfte Länderplakate für den persönlichen Austausch im Gallery Walk erstellt und lieferten vielfältige Einblicke in Fachvorträgen in die unterschiedlichen Bildungssysteme ihrer Herkunftsländer. Dabei bezogen sie die Kulturdimensionen nach Hofstede und ihre eigene Schul- und Unterrichtspraxis anschaulich ein.

Das Programm „ILF“ richtet sich an Lehrkräfte mit internationaler Berufsbiografie, die nach dem erfolgreichen Abschluss von „Lehrkräfte Plus“ ihre Qualifizierung im nordrhein-westfälischen Schuldienst fortsetzen. Viele von ihnen bringen Erfahrungen aus anderen Bildungssystemen mit und arbeiten bereits an Schulen in Nordrhein-Westfalen. Damit unterstützen sie nicht nur im Schulalltag, sondern leisten gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zur Integration, Sprachbildung und zur Begleitung von Schülerinnen und Schülern mit internationaler Biografie. 

Anhand von Beispielen aus Afghanistan, Ghana, Somalia, Syrien, der Türkei, der Ukraine und Vietnam erhielten die Teilnehmenden Einblicke in unterschiedliche Bildungssysteme, Lernkulturen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Dabei standen nicht allein schulische Strukturen im Mittelpunkt, sondern vor allem die Frage, welche Erfahrungen Schülerinnen und Schüler aus diesen Bildungskontexten mitbringen und wie diese ihr Lernen, ihre Kommunikation und ihre Erwartungen an Schule prägen.

Die Beiträge zeigten, wie unterschiedlich Themen wie Leistungsbewertung, Unterrichtsgestaltung, Autorität, Gemeinschaft oder selbstständiges Lernen in den jeweiligen Bildungssystemen verankert sind. Vorgestellt wurden unter anderem die Bedeutung zentraler Prüfungen, verschiedene Rollenverständnisse von Lehrkräften, die gesellschaftliche Bedeutung von Bildung sowie aktuelle Reformprozesse in den jeweiligen Ländern.

Besonders aufschlussreich war die Verbindung von fachlichen Informationen mit den persönlichen Erfahrungen der internationalen Lehrkräfte. Die Teilnehmenden diskutierten nicht nur über Bildungssysteme, sondern auch über konkrete Situationen aus dem Schulalltag und deren Bedeutung für die eigene pädagogische Praxis. Ergänzt wurden die Präsentationen durch praxisorientierte Plakate, die den Transfer in die schulische Praxis unterstützten und Anknüpfungspunkte für die Arbeit in kulturell und sprachlich vielfältigen Lerngruppen boten.

Perspektivwechsel als Vorbereitung auf den europäischen Austausch

Abgebildet sind viele Personen, die sich mehrere Plakate anschauen, die in einem Schulungsraum ausgehangen sind.

Die Präsentationen und Diskussionen machten deutlich, dass interkulturelle Kompetenz und Integration weit über den Spracherwerb hinausgehen. Unterschiedliche Bildungsbiografien, didaktische Sozialisation und Kultur prägen Erwartungen an Unterricht, Leistungsbewertung, Zusammenarbeit und Kommunikation und es braucht viel Verständnis, Geduld und Weltoffenheit. 

Der Austausch mit den internationalen Lehrkräften ermöglichte den Teilnehmenden, vertraute schulische Situationen aus neuen Blickwinkeln zu betrachten, die eigene Perspektive zu hinterfragen und an der einen oder anderen Stelle neu einzuordnen.

Die Erkenntnisse aus dem Modul knüpfen unmittelbar an die Ziele der Erasmus+-Qualifizierung KULISSE an. Gleichzeitig bilden sie eine Grundlage für das bevorstehende Erasmus+-Outgoing in die Niederlande. Dort werden die Teilnehmenden ihre bisherigen Erfahrungen um weitere internationale Perspektiven erweitern und Einblicke in den Umgang mit kultureller und sprachlicher Vielfalt in einem anderen europäischen Bildungssystem gewinnen.

Wir danken allen Beteiligten für den wertvollen Austausch.

Kontakt

EU-Geschäftsstelle Wirtschaft und Berufsbildung

Anina Wellers
Delia Topp

Laurentiusstraße 1
59821 Arnsberg
Telefon: 02931 82-3180
E-Mail: eu-geschaeftstelle [at] bra [dot] nrw [dot] de (eu-geschaeftstelle@bra [dot] nrw [dot] de)

Webseite: www.bra.nrw.de/-2119

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