Bezirksregierung
Arnsberg
Abgebildet sind Impressionen zum Netzwerktreffen „Berufe rund ums Rad“.

Netzwerktreffen „Berufe rund ums Rad“: Austausch zu Projektarbeit, Internationalisierung und Kooperation

Wie lassen sich Berufsorientierung, Bewegungserziehung und internationale Zusammenarbeit miteinander verbinden? Mit dieser Frage beschäftigten sich Lehrkräfte verschiedener Berufskollegs beim Netzwerktreffen zum Projekt „Berufe rund ums Rad“, zu dem die EU-Geschäftsstelle Wirtschaft und Berufsbildung der Bezirksregierung Arnsberg am 7. Mai 2026 an das Lippe-Berufskolleg Lünen eingeladen hatte.

Im Mittelpunkt standen Einblicke in das Projekt „Berufe rund ums Rad“, das KitaRadTraining sowie der Austausch über Möglichkeiten, ähnliche Vorhaben an weiteren Schulen umzusetzen. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere die Verbindung von praxisnaher Projektarbeit und internationaler Zusammenarbeit neue Perspektiven für die berufliche Bildung eröffnet.

Das Projekt „Berufe rund ums Rad“ verbindet Berufsorientierung mit praxisnahen Projekten rund um das Thema Fahrrad. Gleichzeitig werden Kooperationen mit externen Partnern sowie internationale Mobilitäten im Rahmen von Erasmus+ eingebunden. Bereits heute bestehen Kooperationen mit Partnern in Lille und Madrid.

Michèle Kwiatkowski von der EU-Geschäftsstelle Wirtschaft und Berufsbildung der Bezirksregierung Arnsberg erläuterte die Idee hinter dem Projekt: „Vernetzungen mit unterschiedlichen Partnern schafft viele neue Möglichkeiten.“ Ziel sei es, berufliche Orientierung mit einem lebensnahen Thema zu verbinden und gleichzeitig Kooperationen zwischen Schulen, Vereinen und weiteren Partnern im regionalen und europäischen Kontext zu fördern.

Ein Schwerpunkt des Treffens war das KitaRadTraining, das gemeinsam mit dem RSV Lippe 23 Lünen e. V. durchgeführt wird. Aus ersten Besuchen in einzelnen Kindertageseinrichtungen habe sich inzwischen eine größere Veranstaltung entwickelt, an der rund 300 Kinder teilnehmen, berichtete Stephan Wismann vom RSV Lippe 23 Lünen.

Jonathan Krakau stellte die curriculare Einbindung des Projekts in den Bildungsgang Erzieher:in vor. Das KitaRadTraining sei im Lernfeld 4 verankert und verbinde Projektarbeit, Verkehrs- und Bewegungserziehung sowie pädagogische Praxis. Die Studierenden seien dabei nicht nur in die Durchführung eingebunden, sondern bereits an Planung, Organisation und Reflexion beteiligt.

Darüber hinaus wurde vorgestellt, wie aus dem Projekt eine Erasmus+-Gruppenmobilität nach Madrid entstanden ist. Studierende konnten dort Kindertageseinrichtungen besuchen, Hospitationen durchführen und Einblicke in die pädagogische Arbeit vor Ort erhalten. Dabei standen sowohl fachliche als auch interkulturelle Erfahrungen im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden berichteten, dass insbesondere der Vergleich unterschiedlicher Arbeitsweisen und Rahmenbedingungen neue Perspektiven auf die eigene berufliche Praxis eröffnet habe.

Im Anschluss an die Projektvorstellungen durch die Kolleginnen des Lippe-Berufskollegs Lünen sowie durch die Studierenden Debbi und Steffen aus dem beteiligten Bildungsgang der Erzieher:innenausbildung tauschten sich die teilnehmenden Lehrkräfte verschiedener interessierter Berufskollegs über erste Eindrücke und mögliche Anknüpfungspunkte für die eigene schulische Praxis aus.

Clemens Jockenhöfer vom Leopold-Hoesch-Berufskolleg Dortmund begleitet das Projekt seit Beginn. Für ihn steht besonders die Verbindung zur beruflichen Bildung im Mittelpunkt: „Wir wollen junge Menschen für das Duale System begeistern.“ Gleichzeitig erlebe er immer wieder, dass durch konkrete Praxisbeispiele auch Kolleginnen und Kollegen neue Zugänge zum Thema finden: „Mit einem Aha-Effekt werden Kolleginnen und Kollegen begeistert.“

Anja Voerste vom Käthe-Kollwitz-Berufskolleg Hagen erklärte: „Das Fahrrad-Thema hat mich angesprochen, denn Hagen ist keine klassische Fahrradstadt.“ Sie wolle vor allem Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen: „Ich möchte gerne Impulse für Hagen mitnehmen. Verkehrserziehung ist ein großes Thema.“

Auch Meike Sonntag vom Märkischen Berufskolleg Unna hob die Verbindung von lokalen Projekten und internationalem Austausch hervor: „Ich nehme mit, dass lokale Veranstaltungen, die wir mit Schule und internationalen Austausch verbinden, Möglichkeiten schafft.“

Nora Kirstein vom Elisabeth-Lüders-Berufskolleg betonte die Verbindung unterschiedlicher pädagogischer Bereiche: „Die Verbindung von Sport und Erziehung biete Möglichkeiten.“

Andreas Heinemann vom Hönne-Berufskolleg Menden verwies auf ähnliche Ansätze an seiner Schule: „Unsere Schule hat ein ähnliches Projekt im kleinen Umfang. Wir wollen die Verbindung von Technik und dem Sozialen Bereich schaffen.“

Jonathan Krakau machte deutlich, dass Kooperationen auch organisatorische Vorteile mit sich bringen können: „Wenn man sich an externe Partner wendet, können Ressourcen akquiriert und gebündelt werden. Durch Kooperationen können zum Beispiel Fahrräder in Gruppenstärke zusammengetragen werden.“

Im Verlauf des Treffens wurde deutlich, dass viele Schulen Interesse an praxisnahen und international ausgerichteten Projekten haben. Gleichzeitig wurden Fragen zur Finanzierung, Organisation und curriculären Einbindung diskutiert. Die EU-Geschäftsstelle Wirtschaft und Berufsbildung kündigte an, den Austausch zwischen den Schulen weiter zu begleiten und interessierte Bildungsgänge bei der Entwicklung eigener Projekte zu unterstützen.

Das Projekt „Berufe rund ums Rad“ zeigt damit beispielhaft, wie berufliche Bildung, Bewegungserziehung, regionale Netzwerkarbeit und europäische Zusammenarbeit miteinander verbunden werden können.

Text: Vanessa Kohaupt und Jakob Terlau

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