Zivilgesellschaftliches Engagement muslimischer und alevitischer Communities

Mehrere Personen nebeneinander umarmen sich

Zivilgesellschaftliches Engagement muslimischer und alevitischer Communities

Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKFFI NRW) ruft zur Abgabe einer Interessensbekundung im Rahmen der Projektförderung „Zivilgesellschaftliches Engagement muslimischer und alevitischer Communities in NRW – sichtbar machen, empowern, vernetzen –“ auf.
Neben der aktiven Stärkung des vielfältigen ehrenamtlichen Engagements der Zielgruppe verfolgt das Ministerium mit dem Förderansatz das Ziel der umfassenden gesellschaftlichen Teilhabe und Sichtbarkeit von Menschen muslimischer und alevitischer Prägung. Es verwirklicht damit die Grundsätze des Gesetzes zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration in Nordrhein-Westfalen (TIntG), das vor Kurzem verabschiedet wurde.
 

Wer kann eine Förderung erhalten?

Grundsätzlich gefördert werden können in NRW ansässige, gemeinnützige, muslimisch und/oder alevitisch geprägte eingetragene Vereine, die bezüglich ihres Selbstverständnisses, ihrer Orientierung und des Vereinszwecks bestimmte Voraussetzungen erfüllen (s.u.: „Unter welchen Voraussetzungen wird gefördert? Was sind die Kriterien?“).
Als „muslimisch und/oder alevitisch geprägte Vereine“ werden solche Vereine verstanden, bei denen sich mind. 50% der Vorstandsmitglieder als Muslim*innen oder Alevit*innen verstehen. Zusätzlich müssen sich entweder mind. 50% der sonstigen Aktiven im Verein (z.B. im Sinne von ehrenamtlich/hauptamtlich Tätigen) oder der Vereinsmitglieder als Muslim*innen oder Alevit*innen verstehen.

 

Was wird gefördert?

Gefördert werden Maßnahmen (Projekte). Maßnahmen sind zeitlich und inhaltlich abgrenzbare Vorhaben. Zu den förderfähigen Ausgaben gehören projektbezogene Personal- und Sachausgaben. Es werden Projekte mit den folgenden Schwerpunkten gefördert:

1. Gesellschaftlicher Zusammenhalt 

In diesem Schwerpunkt werden Projekte gefördert, die sich mit den verschiedenen Lebenswirklichkeiten und Themen der o.g. Communities auseinandersetzen und die über Verständigung, Dialog und Vernetzung zu Akzeptanz und Toleranz, gesellschaftlicher Öffnung und solidarischem Zusammenleben in Vielfalt beitragen.

2. Sichtbarmachung und Anerkennung des Engagements

Diese Schwerpunktsetzung zielt darauf ab, dass muslimisches und alevitisches Engagement mehr öffentliche Aufmerksamkeit und Anerkennung erfährt.

3. Empowerment und Teilhabe, Qualifizierung und Professionalisierung

Gefördert werden Maßnahmen, die dazu beitragen, dass Muslim*innen und Alevit*innen ihre Interessen selbstbestimmt und selbstverantwortlich in relevante Zusammenhänge einbringen und vertreten können.
 

Wie viel Förderung gibt es?

Die Förderung erfolgt in Form einer Anteilsfinanzierung als nicht rückzahlbarer Zuschuss in Höhe von maximal 90 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben des Vorhabens. Die Fördersumme sollte pro Projekt und pro Zuwendungsempfänger 20.000 Euro nicht unterschreiten. 

 

Unter welchen Voraussetzungen wird gefördert? Was sind die Kriterien?

Projektträger müssen unabhängig von staatlichen Strukturen im In- und Ausland sowie von Parteien agieren.
Darüber hinaus müssen sie eine Erklärung zur Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den vom Land geförderten Strukturen der Integration und zur Vereinbarkeit der Vereins- und Vorhabenziele mit den Zielen des Teilhabe- und Integrationsgesetztes des Landes Nordrhein-Westfalen abgeben.
Förderfähig sind ausschließlich Projekte, die innerhalb des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführt werden.
Die Aktivitäten und Angebote der Projektträger müssen vorrangig auf die Lebenswirklichkeit und Teilhabe von Muslim*innen und/oder Alevit*innen in Nordrhein-Westfalen ausgerichtet sein, aber auch anderen Zielgruppen offenstehen.
Vereine, die sich ausschließlich der Religionsausübung oder der Pflege einer Herkunftskultur widmen, können nicht gefördert werden.
Erhalten Vereine aktuell bereits eine Förderung aus dem MSO-Programm, können sie im Rahmen dieser Förderung nicht berücksichtigt werden.
Zuwendungsempfänger verpflichten sich, an einer Evaluation der geförderten Projekte teilzunehmen. Zudem wird eine Bereitschaft zur Teilnahme an den Formaten der Koordinierungsstelle Muslimisches Engagement in NRW (z.B. Konferenzen, Workshops, Arbeitsgruppen) erwartet.
 

Wie läuft das Förderverfahren ab?

Eine Interessenbekundung kann über das bereitgestellte Online-Formular eingereicht werden.
Mit dem vollständig ausgefüllten Online-Formular mit Angaben zum Verein und zur Konzeption des Projekts müssen ergänzend folgende Unterlagen eingereicht werden:

-    ein Auszug aus dem Vereinsregister,
-    der Freistellungsbescheid des Finanzamtes,
-    die Vereinssatzung und
-    der Finanzierungsplan zum geplanten Projekt.

Sofern der Verein Projekterfahrungen geltend machen möchte, ist darüber hinaus eine Projektliste auszufüllen und mit einzureichen.
Für den Finanzierungsplan und den Nachweis von Projekterfahrungen sind die im Download-Bereich bereitgestellten Vorlagen zu nutzen.
Nach Eingang und Prüfung der Interessenbekundungen kommt die Landesverwaltung NRW zu gegebener Zeit unaufgefordert auf die einsendenden Vereine zu. Im Falle einer positiven Entscheidung werden diese zur konkreten Antragstellung aufgefordert. 
Die Anträge auf Projektförderung können anschließend beim KfI eingereicht werden. 
Das KfI übernimmt als Bewilligungsbehörde die administrative Durchführung der Projektförderung und ist für die Betreuung der geförderten Projekte zuständig.
Nach der Bewilligung des Antrages erhält der Verein einen Zuwendungsbescheid von der Bezirksregierung Arnsberg. Erst dann darf mit der Durchführung der Maßnahme begonnen werden.
 

Wann kann eine Interessensbekundung eingereicht werden?

Interessensbekundungen können ab sofort bis einschließlich 28. Februar 2022 eingereicht werden.

 

Wo kann die Interessensbekundung eingereicht werden?

Interessensbekundungen können ausschließlich über das Online-Formular eingereicht werden.

 

Was sind die rechtlichen Grundlagen?

Grundlage der Förderung sind die Landeshaushaltsordnung (§§ 23, 44 LHO) sowie der Aufruf zur Interessensbekundung vom 10.01.2022.

Die allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P) sind zu beachten.