Bezirksregierung
Arnsberg
15.07.2026
Ysselsteyn

Historisch-politische Bildung stärkt Demokratieverständnis

Geschichte verstehen, Verantwortung übernehmen und demokratische Werte stärken: Mit diesen Zielen haben die fünf Bezirksregierungen Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln und Münster erneut eine gemeinsame Bildungsfahrt zur Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Ysselsteyn in den Niederlanden ausgerichtet. 

Im Mittelpunkt der mehrtägigen Bildungsfahrt von Dienstag, 7. Juli 2026, bis Donnerstag, 9. Juli 2026, standen die Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen des Nationalsozialismus, die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur sowie die Verantwortung für Frieden und Demokratie in der Gegenwart. Zugleich bietet das Format den Nachwuchskräften der fünf Bezirksregierungen die besondere Möglichkeit, sich behördenübergreifend kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen gemeinsam zu diskutieren.

Die Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Ysselsteyn ist eng mit der Deutschen Kriegsgräberstätte Ysselsteyn verbunden – der einzigen deutschen Kriegsgräberstätte in den Niederlanden. Dort ruhen 31.598 Kriegstote des Zweiten Weltkriegs. Der Ort ist heute nicht nur eine Gedenkstätte, sondern zugleich ein wichtiger Lern- und Begegnungsort, der zur Auseinandersetzung mit den Folgen von Krieg, Diktatur und menschenverachtenden Ideologien anregt.

Zum Auftakt der Bildungsfahrt erhielten die Nachwuchskräfte bei einer Führung über die Kriegsgräberstätte Einblicke in deren Geschichte und die Entwicklung der Erinnerungskultur. In Workshops recherchierten sie anschließend anhand historischer Quellen wie Briefen, Fotografien und Dokumenten die Lebensgeschichten einzelner Kriegstoter und setzten sich so intensiv mit den persönlichen Schicksalen hinter den Grabkreuzen auseinander.

Auch die Behördenleitungen der fünf Bezirksregierungen besuchten für einen Nachmittag die Gruppe und beteiligten sich im Rahmen von Zeitzeugengesprächen und eines Fachvortrags am Austausch. Bei den Zeitzeugengesprächen berichteten Menschen von ihren persönlichen Erfahrungen als Verfolgte im Zweiten Weltkrieg und verdeutlichten damit eindrucksvoll die Auswirkungen nationalsozialistischer Gewalt bis in die heutige Zeit. Ergänzt wurde das Programm durch einen Fachvortrag zur transnationalen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen.

„Die Tage in Ysselsteyn hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Als ich vor fast 32.000 Grabkreuzen stand, ist mir die Schwere der Vergangenheit erst richtig bewusst geworden. Die Workshops und der Vortrag einer Zeitzeugin zeigen, wie wichtig Erinnerung und Verantwortung sind, damit sich solches Unrecht nie wiederholt. Diese Eindrücke verdeutlichen, wie eng unsere Erinnerungskultur mit dem Schutz unserer demokratischen Werte verknüpft sind“, berichtet Andrej Mertyn, Regierungsinspektor-anwärter bei der Bezirksregierung Arnsberg von seinen Eindrücken. 

Besucherinnen und Besucher können die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn ganzjährig besuchen und während der Öffnungszeiten des Besucherzentrums die Geschichten hinter den Grabkreuzen eigenständig entdecken. Weitere Informationen zur Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Ysselsteyn sind online unter www.joc-ysselsteyn.eu zu finden. 

Weitere Eindrücke der Bildungsfahrt sind auf der Website der Bezirksregierung Münster unter folgendem Link zu finden: https://www.bezreg-muenster.nrw.de/presse/pressemitteilungen/bildungsfahrt-der-nrw-bezirksregierungen