Regierungspräsident besucht Unsichtbar e.V. in Ennepetal
Holger Brandenburg und Beate Wachsmann, beide im Vorstand des Vereins engagiert, sprachen über ihre Arbeit, über Verantwortung und über die Kampagne „Würde wahren“. Diese Kampagne sensibilisiert dafür, dass obdachlose Menschen – wie alle anderen auch – nicht ungefragt fotografiert oder gefilmt werden dürfen. „Ich danke den vielen ehrenamtlichen Mitgliedern von Unsichtbar e.V. für die wertvolle Arbeit, die sie leisten. Die Kampagne ist von großer Bedeutung, denn sie setzt sich für den Schutz der Würde jedes Einzelnen ein. Ungefragtes Filmen oder Fotografieren kann bei Betroffenen Unsicherheit, Angst und Scham hervorrufen. Ein respektvoller Umgang miteinander sollte selbstverständlich für uns alle sein“, betonte Regierungspräsident Heinrich Böckelühr bei seinem Besuch.
Auch Bürgermeisterin Imke Heymann ist froh über diese Sensibilisierung: „Natürlich weckt das Thema großes Interesse. Gleichzeitig darf nie vergessen werden, dass wir uns würdevoll begegnen möchten. Daher kann ich nur dazu aufrufen, obdachlosen Menschen Hilfe anzubieten, anstatt sie für etwaige Berichterstattung oder Social Media-Content zu fotografieren.“
Aber zur Vereinsarbeit von Unsichtbar e.V. gehört noch viel mehr: „Während alle anderen nachts schlafen, suchen und besuchen wir obdachlose Menschen dort, wo sie leben. Wir unterstützen und versorgen sie zwar auch mit Notwendigem, aber am allerwichtigsten ist, dass wir da sind“, berichtet Holger Brandenburg, Vorsitzender des Vereins und seit letztem Jahr Träger des Landesverdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen.
Zudem ist der Verein ein wichtiger Ansprechpartner für alle Menschen, die bedürftig sind und Alltagssorgen haben. Wenn der Kühlschrank leer ist, die Waschmaschine aufgegeben hat oder die Tierarztrechnung unerwartet hoch ausfällt – der Verein ist erreichbar für Menschen, die keine oder nur sehr wenig finanzielle Mittel haben. Und da es wichtig ist, dass der Verein bekannt wird, betreiben Holger Brandenburg und das gesamte Team viel Öffentlichkeitsarbeit. „Daher freuen wir uns auch sehr über den Besuch von Regierungspräsident Heinrich Böckelühr und Bürgermeisterin Imke Heymann. Solche Begegnungen zeigen uns, dass Unsichtbar e.V. längst mehr ist als ein Verein, der hilft. Wir werden wahrgenommen, gehört und ernst genommen“, betont Beate Wachsmann.
Tätig ist der Verein in der Obdachlosenhilfe im Ennepe-Ruhr-Kreis, den Städten Hagen und Wuppertal sowie zum Teil im Märkischen Kreis. Für bedürftige Menschen und Familien ist Unsichtbar e.V. im Ennepe-Ruhr-Kreis und in Hagen aktiv.