Bezirksregierung lädt zum 1. Zukunftskongress ein

16.09.2022

Energiewende vor Ort gestalten

Bezirksregierung lädt zum 1. Zukunftskongress ein

Die Bezirksregierung Arnsberg lädt am 28. September zum 1. Kongress Nachhaltige Zukunft an die Uni Witten-Herdecke ein, um gemeinsam mit über 80 Kommunen die Vision einer nachhaltigen Region im Lebens- und Wirtschaftsraum zu verankern. 

Krisen sind auch Chancen! Getreu diesem Motto steht das Thema Energiewende vor Ort gestalten im Mittelpunkt des Kongresses: „Wir möchten gerade angesichts der drohenden Energieversorgungskrise den Blick auf die Chancen der Energiewende lenken, die sich unserem Regierungsbezirk mit seiner ländlichen Ausprägung bieten“, so Adrian Mork, Leiter der Stabsstelle Klimaschutz, Energie und Nachhaltigkeit bei der Bezirksregierung Arnsberg.

 

Klimanetzwerk mit Kommunen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft aufbauen

Der Kongress wird von der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate unterstützt, die eine aktive Rolle in der Begleitung von Kommunen und Unternehmen zur Klimaneutralität einnimmt. „In den Regionen sind wir als Klimanetzwerker aktiv und gestalten mit den Akteuren notwendige Veränderungen in der Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude und Verkehr, um NRW zügig zur klimaneutralen Industrieregion Europas werden zu lassen“, sagt Claudia Mahneke, die das Regionalbüro der Landesgesellschaft für Südwestfalen leitet. Die Belange der Zivilgesellschaft und der Menschen vor Ort hat wiederum der Bundesverband Smart City e.V. im Blick. Der Verband unterstützt die Bezirksregierung Arnsberg in der Vorbereitung und Durchführung des Kongresses. Ihr stellvertretender Vorstandsvorsitzender Stefan Slembrouck meint, dass die Kommunen sich nur erfolgreich als Klimaakteure neu positionieren können, wenn es ihnen gelingt, ihre Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen zu begeistern. „Die Gründung von Bürgerenergiegenossenschaften mit Sparkassen, Volksbanken und Stadtwerken sind sicherlich ein probates Mittel, um die Wertschöpfung aus und die Wertschätzung von Windkraft und PV zu steigern“, so der Smart City Experte.

 

Gesetzgeberische Grundlagen erörtern

Mit neuen Gesetzen zur Stromerzeugung durch Wind an Land, Photovoltaik, aber auch zur Wärmewende in Gebäuden, schafft die Bundesregierung einen verpflichtenden Rahmen zum Ausbau der klimaneutralen Energie. Die Bezirksregierung hat die Aufgabe, hierfür die regionalplanerischen und damit rechtlichen Grundlagen zu schaffen und wird die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kommunalverwaltungen und Kommunalpolitik mit dem aktuellen Stand der Gesetzgebung, wie dem neuen Wind-an-Land-Gesetz, vertraut machen. Neben Wind und Solarenergie werden künftig aber auch insbesondere die Erdwärme und die Wasserstofftechnologie in der Region eine wichtige Rolle in der Energieversorgung spielen.

 

Zielkonflikte offen ansprechen

Auf dem Kongress sollen die Zielkonflikte betrachtet werden. „Der Artenschutz ist mit dem Klimaschutz ein gleichrangiges Ziel“, erinnert Adrian Mork. Erneuerbare Energie benötigt Fläche, auf der künftig Windkraftanlagen und Freiflächen-PV installiert werden sollen. Ebenfalls würden Flächen für intakten Wald und intakte Fließgewässer benötigt, um Trinkwasser zu speichern, Temperaturen abzukühlen, Regen zu erzeugen, Hochwasser abzupuffern, aber auch das Netzwerk der Arten zu erhalten, von denen das Überleben der Menschheit genauso abhängig ist. Wälder und humusreiche Böden seien zudem wichtige CO2-Speicher, die nach den Schäden der letzten Dürrejahre schnell reaktiviert werden müssten. Landschaften bekommen daher neben der Erzeugung von Lebensmitteln und Holz und neben der Erholungsfunktion sowie dem Tourismus, nun weitere „kraftvolle“ Aufgaben, weswegen ein Programm-Block des Kongresses auch „Power-Landschaft“ heißt.

 

Innovationskraft der Region stärken

Die Bezirksregierung Arnsberg ist davon überzeugt, dass die Region mit ihren innovativen Unternehmen, den Hochschulen und dem Handwerk stark genug ist, für sich auch die wirtschaftlichen Vorteile des nötigen Transformationsprozesses zur klimaneutralen Region zu erkennen. Denn als stärkste Industrieregion Nordrhein-Westfalens ist der Regierungsbezirk Arnsberg erster Adressat, wenn das Bundesland international eine Vorreiterrolle auf dem Weg zur Klimaneutralität einnehmen will.