Bezirksregierung
Arnsberg
Drohnenaufnahme Aufklärung BAO Boden; Kiesgrube am Wasser mit 2 Baggern
15.07.2026
Vorsorgliche Probennahmen

Bezirksregierung nimmt Wasserproben in Kamp-Lintfort

Seit September 2024 führten die Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität in NRW (ZeUK NRW) und das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen wegen des Verdachts der illegalen Entsorgung belasteter Böden durch. Die Maßnahmen richteten sich unter anderem gegen Transportunternehmer im Baustoffsektor und Verantwortliche von Unternehmen, welche mit der Abfallentsorgung befasst sind.

In den Tagebauen Rossenray und Rossenrayer Feld Süd in Kamp-Lintfort darf auf der Grundlage erteilter bergrechtlicher Betriebsplanzulassungen für die Verfüllung standortfremdes Bodenmaterial angenommen und verwertet werden. Das Bodenmaterial muss bestimmten Anforderungen genügen. Es besteht der Verdacht, dass in diese Tagebaue Bodenmaterial angeliefert und dort verwertet wurde, das diesen Anforderungen nicht genügt. Für die Beurteilung der Gefahrenermittlung und gegebenenfalls Planung von Gefahrenabwehrmaßnahmen hat die Bergbehörde das Gutachterbüro ahu GmbH beauftragt.

Aufgrund von Erkenntnissen aus einem anderen Verdachtsfall außerhalb der Zuständigkeit der Bergbehörde im Zusammenhang mit dem Verdacht der illegalen Entsorgung belasteter Böden ist es nicht auszuschließen, dass auch in den Tagebauen Rossenray und Rossenrayer Feld Süd Bodenmaterial mit Herbizidbelastungen eingebracht worden sein könnte. Konkrete Hinweise auf etwaige Anlieferungen von Herbizid belastetem Bodenmaterial liegen bisher nicht vor. Die Bezirksregierung Arnsberg als Bergbehörde für NRW geht diesem Verdacht aktiv nach. Rein vorsorglich plant sie im Rahmen der Gefahrenermittlung zur Validierung einer möglichen Herbizidbelastung weitere Probenahmen im Gewinnungssee des Tagebaus Rossenray, Rossenrayer Feld Süd, dem Rossenrayer See, dem Brauchwasserbrunnen des Kleingartenvereins Flora Rossenray (KGV) sowie den privaten Brauch- und Trinkwasserbrunnen in der Benden- und Nimmendohrstraße in Kamp-Lintfort durchzuführen.

Die ersten Probenahmen aus den Brunnen des KGV sowie der privaten Brauch- und Trinkwasserbrunnen werden in Absprache mit dem Fachbereich Umwelt des Kreis Wesel am kommenden Donnerstag, 16.07.2026, durchgeführt.

Auf der Internetseite der BRA wird zentral über den aktuellen Sachstand der Gefahrenbeurteilung und Gefahrenabwehr zu allen öffentlich von den Strafverfolgungsbehörden benannten Verdachtsstandorten unter Bergaufsicht informiert, soweit dies im Rahmen der umweltinformationsrechtlichen Bestimmungen und der weiteren rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere der Belange der geschädigten Grundstückseigentümer, für eine öffentliche Bereitstellung von Informationen möglich ist.