Bezirksregierung
Arnsberg
18.03.2021

Neue Landeseinrichtung für Asylsuchende (Zentrale UnterbringungsEinrichtung/ZUE) in Soest geht an den Start

In diesen Tagen geht die neue Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes Nordrhein-Westfalen in der ehemaligen Kanaal van Wessem Kaserne an den Start. Gegenwärtig laufen die Umzugsarbeiten von Bezirksregierung, den Malteser Werken gGmbH als Betreuungsdienstleister und der Firma Westdeutscher Wach- und Schutzdienst Fritz Kötter SE & Co. KG als Sicherheitsdienst, bevor voraussichtlich in der 12. Kalenderwoche die ersten Bewohner*innen einziehen werden.

Nach ca. drei Jahren Bauzeit, stehen zum Start der Einrichtung jetzt ca. 600 Plätze zur Verfügung. Aufgrund der Corona-Pandemie werden hiervon jedoch zunächst lediglich bis zu 380 Plätze belegt.

Aktuell steht die Fertigstellung von zwei weiteren Bewohnerhäusern noch aus, so dass die Gesamtkapazität von 1.200 aktiven Plätzen erst im Mai 2021 erreicht wird. Aufgrund der Corona-Pandemie würden bei der Belegung auch hier Reduzierungen vorgenommen, so dass zunächst lediglich bis zu 780 Plätze belegt werden könnten. Die Baukosten der Gesamtmaßnahme werden sich am Ende auf ca. 37,0 Mio. Euro belaufen.

Während der gesamten Bauphase wurde und wird die Bezirksregierung Arnsberg durch die Stadt Soest, die im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen die Baubetreuung übernommen hatte, tatkräftig unterstützt.

Zur Einrichtung

Mit einer Fläche von ca. 55.000 m² nimmt die ZUE Soest ca. 25 Prozent der gesamten ehemaligen Kanaal-Van-Wessem-Kaserne in Anspruch, die sich im Eigentum des Bundes, vertreten durch die Bundesimmobilienanstalt (BImA) befindet.

Durch die neue ZUE werden insgesamt neun Gebäude der ehemaligen Kaserne genutzt. Fünf Gebäude dienen der Unterbringung der Bewohner*innen. Eines davon steht ausschließlich vulnerablen Personen zur Verfügung. Im Verwaltungsgebäude, sind auch eine Spielstube sowie die Sanitätsstation untergebracht. Hinzu kommt ein Neubau für die Küche, da das alte Küchengebäude nicht mehr zu ertüchtigen war. Ein Gebäude steht für die Mensa mit einer Kapazität von bis zu 580 Personen zur Verfügung. Die ehemalige Kapelle dient in Zukunft als Ankunfts- und Informationszentrum der Einrichtung. Darüber hinaus bietet die ZUE den Asylsuchenden während Ihres bis zu 24-monatigem Aufenthalts verschiedene Freizeiträumlichkeiten, einen Bolzplatz sowie zwei Spielplätze.

Leben in der ZUE

Wie in allen anderen ZUE en des Landes Nordrhein-Westfalen wird die Bezirksregierung Arnsberg bei der Unterbringung und Versorgung der Asylsuchenden in Soest durch einen Betreuungsdienstleister, hier die Malteser Werke gGmbH sowie einen Sicherheitsdienstleister in diesem Fall die Firma Westdeutscher Wach- und Schutzdienst Fritz Kötter SE & Co. KG, unterstützt.

In der ZUE werden die Asylsuchenden mit Essen und Kleidung versorgt. Für den darüber hinaus bestehenden täglichen Bedarf steht ihnen nach Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) ein festgelegter Taschengeldbetrag zu.

Für die medizinische Grundversorgung steht eine Sanitätsstation zur Verfügung, an die sich alle Bewohner*innen wenden können, wenn sie gesundheitliche Probleme haben. Hier können Ärzte aus der Umgebung eine wöchentliche Sprechstunde anbieten. Interessent*innen können sich an den Betreuungsdienstleister (Malteserwerke) vor Ort wenden.

Die Malteserwerke sorgen als Betreuungsdienstleister in der Einrichtung für eine Tagestruktur und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Bewohner*innen. Für die kleinsten unter ihnen gibt es eine Kinderspielstube, in der die Kinder betreut werden. Kinder im schulpflichtigen Alter nehmen am schulnahen Bildungsangebot teil.

Für Erwachsene werden es z.B. Deutsch- und Erstorientierungskurse angeboten. Die Asylsuchenden können aber auch für ein geringes Entgelt gemeinnützige Tätigkeiten mit Bezug zur Einrichtung ausüben (z.B. Reparaturarbeiten, Grünpflege etc.). Daneben gibt es auch Freizeitangebote, wie z.B. Sport, Frauen- und Männer Cafés, eine Nähstube etc..

Die Malteser Werke werden als Betreuungsdienstleister Umfeldmanager einsetzen, die von montags bis freitags zu den üblichen Bürozeiten ansprechbar sind. Die Umfeldmanager sollen eine Mittlerfunktion zwischen der Einrichtung und der Bürgerschaft übernehmen und insbesondere zwischen den Geflüchteten und der Nachbarschaft einen persönlichen Kontakt herstellen. Ziel ist es, bei den Anwohnerinnen und Anwohnern Schwellenängste gegenüber der Einrichtung abzubauen und etwaige Probleme zwischen den Geflüchteten und der Nachbarschaft frühzeitig zu erkennen, um diesen rechtzeitig entgegenzuwirken zu können. Fragen und Anregungen können an folgende E-Mail-Adresse gerichtet werden: umfeldmanager [dot] soest [at] malteser [dot] org (umfeldmanager [dot] soest@malteser [dot] org).

Besonderheiten während der Corona-Pandemie

Während der Corona-Pandemie gelten aus Gründen des Infektionsschutzes auch in der ZUE Soest besondere Regeln. Dazu gehören  die Abstands- und Hygieneregeln sowie die Pflicht zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes in allen Bereichen, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Die Bewohner*innen werden für die Nutzung der Kantine, bei der Taschengeldausgabe und bei den Freizeitangeboten in Teilgruppen (Kohorten) aufgeteilt, um die Ansteckungsmöglichkeiten zu reduzieren. Die Freizeitangebote können zur Zeit nur in dem Rahmen stattfinden, den die geltenden CoronaSchutzVO vorgibt.

Familien werden – je nach Größe in einem oder mehreren Zimmern - separat untergebracht. Alle weiteren Personen teilen sich maximal zu viert ein Zimmer. Die gemeinsam in einem Zimmer untergebrachten Personen bilden einen Haushalt.

Ein Haus wird für Quarantänefälle freigehalten. Dort gibt es getrennte Bereiche für Infizierte und für Kontaktpersonen der Kategorie 1. Die Unterbringung im Quarantänehaus erfolgt jeweils in enger Abstimmung mit und nach den Vorgaben des zuständigen Gesundheitsamts.

Da eine Begehung aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nicht möglich ist, können Sie sich mit diesem Video einen Eindruck von der neuen ZUE machen.