Bezirksregierung
Arnsberg
15.12.2021
Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Region:

Bezirksregierung Arnsberg geht mit eigenen Nachhaltigkeitsleitlinien voran

Die Vorarbeiten für die erste regionale Nachhaltigkeitsstrategie in Nordrhein-Westfalen sind im Regierungsbezirk Arnsberg gelegt worden: Die Bezirksregierung Arnsberg hat „Leitlinien einer nachhaltigen Entwicklung für den Regierungsbezirk Arnsberg“ veröffentlicht. 

Daran beteiligt war ein externer Beirat aus Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kommunen aus der Region. Durchgeführt wurde die Erarbeitung der Leitlinien mit Beratung der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. und mit Förderung des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

Ministerin Ursula Heinen-Esser: „Die Bezirksregierung Arnsberg nimmt mit der Erarbeitung von Leitlinien und strategischen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung in der eigenen Region eine deutschlandweite Vorreiterrolle ein. Die Bezirksregierung schließt eine letzte Lücke im Governance System der Nachhaltigkeit und ermöglicht dadurch ein noch konsistenteres Vorgehen zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele in Nordrhein-Westfalen bis 2030.“

Anknüpfend an die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bundesregierung sowie der Nachhaltigkeitsstrategien von elf Kommunen im Regierungsbezirk Arnsberg bietet auch die regionale Ebene Potenzial für eine strategische Umsetzung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele: Als Bündelungs-, Aufsichts- und Genehmigungsbehörde hat die Bezirksregierung Arnsberg eine Vielzahl von Aufgaben und Zuständigkeiten auf regionaler Ebene, die mit der nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 2030 mit ihren 17 globalen Nachhaltigkeitszielen verknüpft werden können.

Der verantwortliche Leiter der Stabstelle „Klimaschutz, Energie und Nachhaltigkeit“ bei der Bezirksregierung Arnsberg, Adrian Mork, führt die Stärken der Region aus: „Südwestfalen verfügt über die stärkste Industrieregion in Nordrhein-Westfalen, die sich bereits auf den Weg zur Klimaneutralität begeben hat. Gleichzeitig verfügt Südwestfalen über die größten Waldflächen und große Renaturierungsprojekte in den Flussauen von Ruhr und Lippe. Darüber hinaus verfügt die Region über die große „Wildnisgebiete“ in Nordrhein-Westfalen.“ Damit habe der Regierungsbezirk große natürliche Potenziale im Kampf gegen den Klimawandel und gegen das Artensterben, die in Stellung gebracht werden könnten. Die strategischen Ziele der Bezirksregierung Arnsberg bis 2030 reichen dementsprechend vom Ausbau der erneuerbaren Energien und der Senkung des Energieverbrauchs im Regierungsbezirk, über die zukunftsfähige Entwicklung der Wälder und den Ausbau von Naturschutzflächen, Biotopverbünden und Wildnisentwicklungsgebieten bis hin zum Ausbau der Umweltwirtschaft.

Zentrales Ziel der Bezirksregierung ist auch bis 2030 zur nachhaltigen Regionalverwaltung zu werden. Einer der ersten Schritte in diese Richtung ist die Teilnahme am ersten ÖKOPROFIT®-Konvoi für Einrichtungen der Landesverwaltung. Die Bezirksregierung Arnsberg wird im Rahmen des vom Umweltministerium NRW geförderten und vom Landesumweltamt NRW koordinierten Programms bis Herbst 2022 bis hin zur ÖKOPROFIT®-Zertifizierung begleitet. Der Konvoi startete im November 2021.
Eine große Herausforderung sei die Mobilität auch in den ländlichen Bereichen des Bezirks, mit mehr als achthunderttausend Berufspendlern täglich. Das östliche Ruhrgebiet - gemeinsam mit Südwestfalen wesentlicher Bestandteil des Regierungsbezirks Arnsberg - steht ebenfalls vor den Herausforderungen des Klimawandels. Beide Teilregionen bieten mit ihren jeweiligen Potentialen große Möglichkeiten, die Nachhaltigkeit zu einem wesentlichen Leitfaktor bei der künftigen wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung zu machen. Das östliche Ruhrgebiet kann dabei seine Schwerpunkte als Dienstleistungs- Hochschul- und Wissenschaftsstandort nutzen. Südwestfalen ist als Industriestandort im Grünen eine geradezu ideale Ergänzung, wenn es darum geht, den Regierungsbezirk insgesamt für die Aufgaben der Bewältigung des Klimawandels fit zu machen.

„Der Titel des Berichts „Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Region“ unterstreicht“, so Regierungspräsident Hans-Josef Vogel, „dass wir am Beginn eines regionalen Diskurses stehen, zu dem wir alle regionalen Akteure und Kommunen einladen. Gemeinsam sind wir stärker und regional passgenauer.“ 
Die jetzt vorgelegten Nachhaltigkeitsleitlinien stünden am Anfang eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, so Vogel weiter. Alle staatlichen Ebenen seien durch das Klimaschutzgesetz und den Green New Deal der Europäischen Union dazu verpflichtet, sich auf den Weg zur Klimaneutralität zu begeben. 
„Hierzu streben wir nun auch eine entsprechende Zertifizierung der Bezirksregierung selbst an. Wir müssen Vorbild sein,“ so RP Vogel. 

Mit Einrichtung einer Stabsstelle „Klimaschutz, Energie und Nachhaltigkeit“ im Mai 2021 unterstreicht die Bezirksregierung Arnsberg die zunehmende Bedeutung des Themenfeldes der nachhaltigen Entwicklung und der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele auf regionaler Ebene.