Bezirksregierung
Arnsberg
Abgebildet ist der Renaturierungsabschnitt Johanneskamp am Fluss Lippe.
03.09.2025
Renaturierung

Die Bauarbeiten an der Lippe schreiten voran

Die Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung an der Lippe östlich von Lippstadt schreiten voran. Nachdem die erste Maßnahme in diesem Bereich bereits umgesetzt wurde und das Wehr III zurückgebaut ist, wird in diesem Jahr der Bereich Johanneskamp renaturiert. Dieser erstreckt sich über eine Fließlänge von insgesamt 1,2 Kilometern (Flusskilometer 186,5 und 187,7). Die geplanten Renaturierungsmaßnahmen im Bereich zwischen der „neuen Brücke“ und dem Brandenbäumer Bach werden in zwei Bauabschnitten umgesetzt.

Im ersten Schritt wird im Bereich Johanneskamp eine Laufverlängerung südlich der heutigen Lippe hergestellt. Im Anschluss werden die Lippeufer aufgeweitet und dann die zwei Auengewässer angelegt. Um außerhalb der zur Verfügung stehenden Flächen die Überflutungshäufigkeiten nicht zu verändern, werden die momentan vorhandenen Uferhöhen am Rand der Maßnahmengebiete wiederhergestellt. Die Baumaßnahmen beginnen im September mit der Einrichtung der für die Baustelle nötigen Infrastruktur. Um die Gefährdung ufernahlebender Fische zu minimieren, werden die betroffenen Bereiche vor den Eingriffen abgefischt.
Es ist vorgesehen, die Baustelle bis zum Frühjahr 2026 abgeschlossen zu haben. In dieser Zeit sollen etwa 30.500 Kubikmeter Boden bewegt werden.
Bauzeitlich kommt es zu Einschränkungen für Kanuten auf der Lippe, die Befahrung des Baustellenbereichs ist verboten. Aktuelle Informationen dazu sind an den flussaufwärts gelegenen Einstiegstellen sowie über den Kanuverband NRW zu finden. Trotz der bereits umgesetzten Renaturierungen ist die Lippe in der landwirtschaftlich geprägten Landschaft östlich von Lippstadt immer noch stark ausgebaut und ökologisch beeinträchtigt. Unter dem grünen Mantel der steilen Böschungen verbergen sich dicke Steinpackungen zur Festlegung der Ufer. Massive Wehranlagen verhindern eine weitere Tiefenerosion der Lippesohle. Die Lippe wurde in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach umgebaut, zunächst zur Bewässerung, später dann zur Entwässerung. Wehranlagen beeinträchtigen die Organismendurchgängigkeit und trennen die wasserbewohnenden Lebewesen von ihren potentiellen Lebensräumen. Aus diesem Grund wurde schon 2010 die Wehranlage 1 bei Esbeck umgebaut, um die Durchgängigkeit am Wehr 3 bei Garfeln herzustellen wurde die Lippe um eine Schleife erweitert.

Mit diesem Projekt, wird die europäische Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) im Regierungsbezirk Arnsberg weiter umgesetzt. Gleichzeitig wird an erfolgreiche Maßnahmen im Unter- und Oberlauf der Lippe angeschlossen. So hat die Renaturierung der Lippe westlich von Lippstadt zu einer deutlichen Verbesserung der ökologischen Situation und zu einer Erhöhung der Lebens- und Aufenthaltsqualität auch für die Menschen geführt. 

Zu Renaturierungsprojekten hat die Bezirksregierung Arnsberg auch Infobroschüren herausgegeben, die auf der Internetseite heruntergeladen werden können: www.bra.nrw.de/-952. Darüber hinaus gibt es unter www.bra.nrw.de/-4980 aktuelle Informationen zu Renaturierungsmaßnahmen.