Kommunen besuchen Klimaschutzwald

Eine Gruppe von vier Personen steht in einem Waldgebiet.
27.06.2022

Klimaschutz mit BRAvour

Kommunen besuchen Klimaschutzwald

Auf Initiative der Stabstelle Klimaschutz, Energie und Nachhaltigkeit bei der Bezirksregierung Arnsberg haben u.a. Vertreter*innen aus Städten des Regierungsbezirks dem Forstbetrieb Kalebsberg im Landkreis Rostock, Mecklenburg-Vorpommern, einen Besuch abgestattet.

„Wir haben mit großem Interesse gesehen“, so Bürgermeister Dr. Thomas Schöne aus Warstein, „wie Wirtschaftswälder trotz Dürre, Borkenkäfer und Sturm ohne große Schäden aussehen können.“ Die Bezirksregierung Arnsberg hatte insbesondere Kommunen mit großem eigenem Waldbesitz zu dieser Exkursion eingeladen. 

Betrachtet wurden alle Facetten des sogenannten Dauerwald-Konzepts, dem sich der Forstbetrieb Kalebsberg verschrieben hat. Durchgehend werden Baumarten gemischt und Monokulturen vermieden. Nadelhölzer profitieren dabei von einem gleich hohen Anteil an Laubhölzern. Durch eine konsequente kostenlose Naturverjüngung konnte der besichtigte Wald sich in nur 15 Jahren von einem durchsichtigen Hallenwald zu einem dichten, mit Jungholz angefüllten Bestand entwickeln. „Die unglaubliche Anfüllung mit zusätzlicher Blattmasse in allen Waldstockwerken hat“, so Adrian Mork, Leiter der Stabstelle Klimaschutz, Energie und Nachhaltigkeit, „zu einem enormen Kühlungs- und Feuchtigkeitseffekt geführt, so dass Trockenschäden in den letzten Dürrejahren ausgeblieben sind. Ebenfalls ist festzustellen, dass weder Borkenkäfer- noch Sturmschäden aufgetreten sind.“

Der Eigentümer Holger Weinauge führt dies auf den Schutz des Bodens zurück: Großmaschinen werden in seinem Wald nicht eingesetzt, sogenannte Rückegassen, auf denen sich die schweren Maschinen normalerweise bewegen, wurden sogar zurückgebaut. Bodendruck führt nach Überzeugung von Weinauge zum Absterben von Bodenpilzen, einem Netzwerk, das den gesamten Waldboden unterirdisch durchzieht und die Feinwurzeln der Bäume mit Nährstoffen versorgt. Sterben die Pilze, verlieren sehr viele Bäume in einem Wald ihren Wurzelhalt und sind sturmanfällig. Höhere Kosten durch den Einsatz von bodenschonenden Pferden machten sich mehrfach dadurch bezahlt, das große Schäden im gesamten Bestand vermieden würden. 

Die Bezirksregierung Arnsberg möchte die Kommunen bei ihren Anstrengungen zur Wiederbewaldung unterstützen. Der zukünftige Wald soll sowohl dem Klima- und dem Artenschutz dienen, als auch nachhaltig Holz erzeugen.